Meta Rosenberg
Meta Rosenberg (geb. Wolfram) wurde am 28.6.1876 in Jastrow geboren als Tochter des Kaufmanns Kallmann Wolfram und dessen Ehefrau Minna, geborene Streisand. Sie hatte zwei Geschwister: Selma (geboren 1872) und Paul Wolfram. Beide Geschwister wurden genau wie Meta im Holocaust ermordet.
Meta Rosenberg war Lehrerin. Am 28.1.1913 heiratete sie in Berlin den Kaufmann David, genannt Emil Rosenberg, einen Witwer aus Aachen. Seine erste Frau Anna Rosenberg, geborene Amsberg, mit der er drei Kinder hatte, war im Jahr 1909 gestorben.
Meta Rosenberg zog nach Aachen zu ihrem Ehemann und dessen Kindern und wohnte mit ihnen in der Fastradastraße 11, die heutige von-Görschen-Straße 11. Hier hat sie die Mutterrolle für die drei Kinder übernommen, für die 12-jährige Dora, die 9-jährige Luise und den 6-jährigen Hans.
Meta Rosenberg engagierte sich in Aachen u.a. im Israelitischen Frauenverein. Im Gemeindeblatt der Synagogengemeinde vom Januar 1929 erfährt man etwa, dass sie für Frauen und Mädchen einen Erholungsaufenthalt im Seebad Middelkerke organisierte.
Sie war auch als Repräsentantin in der Synagogengemeinde engagiert. Das geht aus einem Protokoll vom 3. November 1937 hervor.
Am 15. Dezember 1936 starb ihr Ehemann Emil Rosenberg. Ihre Stiefkinder emigrierten nach New York bzw. Amsterdam. Dora und Luise überlebten in den USA, Hans wurde in Amsterdam verhaftet und in Auschwitz ermordet (vgl. o. Biografie Hans Rosenberg).
Wie alle jüdischen Hausbesitzer in Aachen musste Meta Rosenberg ihr eigenes Haus, in dem sie mit ihrem 1936 verstorbenen Mann seit 1913 gelebt hatte, zwangsweise abgeben. Durch die Auswertung des Hausbuches zum Haus Frankenberger Straße 20 wissen wir, dass sie am 3. April 1941 aus der von-Görschen-Straße 11 in das Haus Frankenberger Straße 20 umzog.
Wahrscheinlich kam Meta Rosenberg hier bei den Schwiegereltern ihres Stiefsohnes, dem Ehepaar Rosenthal unter. Das Ehepaar Rosenthal beherbergte in seiner Wohnung in der Frankenberger Straße auch Anna Amberg seit der Arisierung ihres Hauses in der Salierallee (vgl. o. Biografien Anna Amberg bzw. Gertrud und Adolf Rosenthal).
Meta Rosenberg wurde am 25.7.1942 von Aachen aus über Düsseldorf in das KZ Theresienstadt deportiert. In der Ankunftsliste des Transports VII/2 in Theresienstadt hat sie die Häftlingsnummer 134. Handschriftlich wurde in die Liste eingetragen, dass sie unter der Nummer 1301 mit dem Deportationszug Bp weiterdeportiert wurde (s. Abb.). Der Transport Bp ging am 21.9.1942 von Theresienstadt in das Vernichtungslager Treblinka, wo Meta Rosenberg ermordet wurde.
Auszug aus der Eingangsliste des Transports VII/2 in Theresienstadt
Seit dem 24. Juni 2021 erinnert vor dem Haus Von-Görschen-Straße 11 ein Stolperstein an Meta Rosenberg.