| Latein |
|
|
Aucune traduction disponible Warum Latein lernen?Mit schöner Regelmäßigkeit wird uns diese Frage gestellt, und meistens wird uns die Antwort gleich mitgeliefert: „Latein hat keinen Nutzen, zumindest keinen, der den Aufwand an Zeit und Energie rechtfertigen könnte, der nun einmal mit dem Studium dieser Sprache verbunden ist - und: Latein ist eine tote Sprache. Salvete, puellae puerique, salvete parentes! Dass das nichts mit der Realität zu tun hat, möchten wir durch diese Argumente untermauern:
Wer die Antike kennenlernt, versteht die Gegenwart und nimmt die Zukunft in die Hand. Was im Lateinunterricht passiertMit Obelix als historische Person beschäftigen wir uns zwar auch, aber nicht in der Hauptsache. Wir versuchen ein realistisches Bild des imperium Romanum und seiner Sprache nachzuzeichnen. Der Lateinunterricht gliedert sich in zwei Phasen.
Wir benutzen im Differenzierungskurs der Stufen 9 und 10 das Buch „Litora" aus dem Vandenhoeck und Ruprecht-Verlag, das für Latein als dritte Fremdsprache konzipiert ist und in 28 Lektionen die Basis für das Arbeiten mit Originaltexten legt. Die Lehrbuchphase In den Stufen 9 und 10 umfaßt der Unterricht vier Wochenstunden. Pro Halbjahr werden zwei Klassenarbeiten geschrieben, die aus einem Übertsetzungstext (lat. - dt.) und Zusatzfragen bestehen. Einfache, aber inhaltlich zusammenhängende Texte befassen sich mit dem römischen Alltag, dem Leben der einfachen und hochgestellten Leute, der Kultur und dem politischen Gemeinwesen. Relativ schnell werden Originalsätze eingefügt, deren Umfang mit den Lektionen wächst. Hauptkapitel des Buches sind:
- Römischer Alltag - Griechische Sagen - Römische Sagen - Staat und Politik - Philosophie, Recht, Technik, Medizin - Rom und die Christen - Latein lebt weiter
Neben vertiefenden Übungen führt uns das Buch durch
Bilder, Skizzen und Sekundärtexte in die Welt der Antike ein. Die LektürephaseDer Unterricht umfaßt drei Wochenstunden und die zwei Klausuren pro Halbjahr bestehen aus der Übersetzung einer Originaltextstelle und inhaltlichen Fragen zum Text. Im 1. Halbjahr der Stufe 11 setzt zu Beginn die Lektürephase ein, in der sich die Schüler mit Originaltexten römischer Autoren auseinandersetzen sollen. In einer meist bis zu den Herbstferien dauernden Einleitungs- und Übergangsphase weg vom Lehrbuch stehen Autoren wie Phaedrus oder Einhard auf dem Plan. Die Fabeln des Phaedrus sind voll von Alltagsweisheiten, die auch heute noch das zwischenmenschliche Geschehen bestimmen. Die Beschäftigung mit Einhards Vita Caroli Magni (Leben Karls des Großen) arbeitet auf die Caesarlektüre hin und darf in einer Stadt wie Aachen und speziell am Einhardgymnasium im Grunde im Autorenkatalog nicht fehlen. Caesars bellum Gallicum gehört seit jeher zum klassischen Fächerkanon des Lateinunterrichts und sollte sich direkt an die Übergangslektüre anschließen, weil er von der Sprache, dem Stil, Satzbau und Wortschatz der typische Vertreter der klassischen Latinität ist und durch die Lehrbücher ausreichend vorbereitet worden ist. Bekannte Stellen wie der Krieg gegen die Helvetier, die Überfahrten nach Britannien, die Auseinandersetzungen mit den Germanen, namentlich Ariovist, die Rheinübergänge und der Exkurs über die Sitten der Gallier und Germanen geben dem Unterrichtenden die Möglichkeit, sich flexibel auf die Fähigkeiten und Interessen der Kursgruppe einzustellen. Bei der Analyse der Texte steht der römische Expansionismus ebenso im Mittelpunkt wie Fragen subjektiver und objektiver Geschichtsschreibung (Fälschung?) und der Frage unserer nationalen Identität (eventuell auch Auszüge aus Tacitus Germania als Vergleichsmoment). Das 2. Halbjahr der Stufe 11 widmet sich der Philosophie im weitesten Sinne. Entweder legt man den Schwerpunkt auf die Briefe des Seneca oder beschäftigt sich mit der staatsphilosophischen Schrift „de re publica" von Cicero. Senecas epistulae morales versuchen Antworten auf Grundfragen menschlicher Existenz, gekennzeichnet durch zeitlose Aktualität, zu geben (Wie kann ich zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben gelangen? Wie kann ich mich von der Fremdbestimmung durch Materielles, Streben nach Macht und Reichtum und vor der Angst vor dem Tod befreien?). Ciceros Schrift versucht uns eine Anleitung dafür zu geben, wie ein idealer Staat aussehen könnte, welche Rechte und Pflichten ein Bürger hat und welche Rolle der Einzelne im Gemeinwesen haben kann. Bei beiden Philosophen bieten sich Vergleiche mit ihren griechischen Vorbildern und modernen Nachahmern an. Alternativ können auch die Epigramme des Martial, die Gedichte des Catull oder mittelalterliche und neulateinische Texte gelesen werden. Im 1. Halbjahr der Stufe 12 bildet die Dichtung der augustäischen Klassik den Schwerpunkt des Unterrichts. Vor allem der Dichter Ovid steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Aus seinem Werk „Metamorphosen" werden mythologische Geschichten gelesen, die im Lauf der Jahrhunderte zu echten Klassikern geworden sind und heute noch häufig im literarischen, künstlerischen, musischen und technischen Bereich übernommen werden: z.B. Die vier Weltzeitalter, Dädalus und Ikarus, Orpheus und Eurydike, Pyramus und Thisbe, Niobe, Apoll und Daphne, die Lykischen Bauern etc.. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Ars amatoria (Liebeskunst) des Ovids in den Vordergrund zu rücken, die in Versform dem Leser höchst amüsant und augenzwinkernd Einblicke in Welt der zwischenmenschlichen Beziehung von Frau und Mann gibt (Kontaktsuche, Werbung, Wie kann ich den Partner für mich einnehmen und fesseln? etc.). Am Ende des Halbjahrs bleibt meist noch Zeit, einen Blick auf die Liebesdichtung des Neoterikers Catull zu werfen, der mit seinen der alexandrinischen Manier folgenden kleinen Gedichten der römischen Gesellschaft die verschiedene Facetten der Liebe näher bringt und ihr gleichzeitig einen Spiegel vorhält. Parallel dazu werden die Schüler in die Metrik (Hexameter und Pentameter) eingewiesen. Neben dem Erlernen der Metrik und dem Übersetzen und Interpretieren der Texte liegt ein Schwerpunkt im Vergleich der antiken Darstellung mit moderneren Adaptionen.
Im 2. Halbjahr der Stufe 12 steht die innenpolitische Entwicklung Roms und seiner Gesellschaftsstruktur im 1. Jahrhundert v. Chr. (Zeit des Marius, Sullas, Pompeius, Caesars und Augustus) im Vordergrund. Staatsdenken und Staatswirklichkeit sowie Geschichtsdenken und Geschichtsschreibung sind mögliche Unterthemen. Der Kurs hat die Wahl zwischen Sallust und Cicero. Bei Sallust bildet die coniuratio Catilinae (Verschwörung des Catilina) einen möglichen Schwerpunkt, in der der Aufstieg und das Scheitern eines Demagogen und Diktators vor dem Hintergrund der untergehenden römischen Republik geschildert wird. Auch seine anderen Werke stehen zur Disposition. Das Alternativthema wäre eine Beschäftigung mit den Reden Ciceros, die von Stil, Aufbau und Sprache her bis in unsere Zeit die Rhetorik entscheidend geprägt haben. Gerade die Reden gegen Verres sind dafür ein aktuelles Musterbeispiel. In ihnen klagt Cicero einen völlig korrupten Statthalter in Sizilien an, der sich auf Kosten der Bevölkerung bereichert und bestechen lassen hat; er ist als einer der größten Kunstdiebe der Antike in die Geschichte eingegangen. Schritt für Schritt, messerscharf argumentierend deckt der Anwalt Cicero das Ausmaß des Betrugs auf und entlarvt den Heuchler. Ebenso besteht die Möglichkeit, auf ähnlich disponierte Reden Ciceros zurückzugreifen. LatinumDas Latinum ist der einzige Abschluß, den man zusätzlich an einer weiterführenden Schule machen kann. Man bekommt es nur in Verbindung mit einem Abiturzeugnis ausgehändigt. Es berechtigt dazu, an einer Universität in bestimmten Fachbereichen zu studieren. Was ist das Latinum überhaupt? Es gibt zwei Möglichkeiten:
Die Anzahl der Fächer an den verschiedenen Universitäten im In- und Ausland wechselt immer wieder einmal. Generell ist ein Trend zu mehr Fächern zu verzeichnen, um von seiten der Hochschulen ein zusätzliches Auswahlkriterium ihrer Studenten zu haben. Für welche Studienfächer brauche ich das Latinum?Ausführlich unter folgender Internetadresse: http://members.aol.com/medicamina/latgraec/tabelle.htm
Studienfächer (nicht vollzählig / Stand: September 2007)FazitNicht nur im Interesse einer umfassenden Allgemeinbildung, sondern um auf alle Unwägbarkeiten des zukünftigen Beruflebens vorbereitet zu sein. Zu weiteren Auskünften fragt einfach die Lateinlehrer der Schule! |



