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In der Schule ins weltweite Netz Version imprimable
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In der Schule ins weltweite Netz: MINT-Koordinatorin Marion Käppler und stellvertretender Einhard-Schulleiter Oliver Frühwein kennen die Gefahren, die auf ihre Schüler im Internet warten.

Das Internet in der Hosentasche nutzen

Das Einhard-Gymnasium erarbeitet mit 15 anderen Schulen Standards in Sachen Medienkompetenz. Den Verantwortlichen ist klar, dass Smartphones und Tabletcomputer den Unterricht früher oder später maßgeblich verändern.

Aachener Nachrichten vom 21.10.2011 von Thorsten Karbach

Foto:Andreas Herrmann

In der Schule ins weltweite Netz: MINT-Koordinatorin Marion Käppler und stellvertretender Einhard-Schulleiter Oliver Frühwein kennen die Gefahren, die auf ihre Schüler im Internet warten.Aachen. Damit sie ihre Schüler nicht im Internet verlieren, arbeiten 16 deutsche Schulen in einem bundesweiten Netzwerk zusammen. Sie alle verbindet ihr naturwissenschaftlich-mathematischer Schwerpunkt, der sie als sogenannte MINT-EC-Schule des gleichnamigen Vereins auszeichnet. Nun arbeiten sie gemeinsam an neuen Medienkonzepten und mittendrin statt nur dabei ist das Aachener Einhard-Gymnasium. Es sind große Fragen, mit denen sie sich am Einhard deswegen beschäftigen. Welche Risiken stecken in den sozialen Netzwerken? Wie sensibilisiere ich meine Schüler für den richtigen Umgang mit Twitter? Welche Gefahr steckt im Hochladen privater Bilder? Welche Potenziale stecken aber auch in der Ausrüstung der Schüler mit Smartphones und Tabletcomputern? „Die ersten Medienkonzepte tragen sich nicht mehr. Wir brauchen neue", sagt der stellvertretende Einhard-Schulleiter Oliver Frühwein.


Seit zehn Jahren ist das Einhard MINT-Schule. Seit elf Jahren gibt es die Vereinigung. Das Einhard zählt in mathematisch-naturwissenschaftlicher Hinsicht zu den Pionieren. Seitdem hat sich die Technik rasant entwickelt. Im Einhard gibt es mittlerweile rund 150 Computer im Lichthof, im Selbstlernzentrum und in den Computerräumen. In allen 46 Klassenräumen wurden interaktive Tafeln (Whiteboards) installiert. „Das Arbeiten mit Kreide ist an zweite Stelle gerückt", sagt Schulleiter Ralf Gablik. Und die Schüler, die bewegen sich recht selbstverständlich zu den Computern und mehr noch in all ihren Möglichkeiten mit dem Internet. „Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir die Lehrer fit machen, auch wenn wir unseren Schülern wohl immer hinterherhecheln werden. Es ist auch nicht so schlimm, wenn die Schüler einen Vorsprung haben. Aber wir müssen ihnen beibringen, ihr Handeln reflektieren zu können", sagt Frühwein.

Seit November wirkt das Einhard nun in dem bundesweiten IT-Netzwerk (oder Cluster). „Der Austausch ist wichtig. Eine informationstechnische Grundausbildung gibt es überall, aber wir wollen die modernen Kommunikationsmittel aufgreifen", erläutert der stellvertretende Schulleiter. Die IT wolle man am Einhard ohnehin in den schulinternen Lehrplänen - Möglichkeiten gibt es in allen Fächern - fest verankern, auch um falschen Entwicklungen vorzubeugen. Es gibt Arbeitsgruppen mit Lehrern, die um Schüler und Eltern erweitert werden sollen. Im zweiten Halbjahr sollen schulexterne Experten beispielsweise von der Polizei eingeladen werden. „Im Netzwerk wollen wir dann Standards entwickeln, von denen alle Schulen profitieren können", sagt Gablik.

Dass die Entwicklung rasant weitergehe, daran haben die Einhard-Pädagogen keinen Zweifel. „In drei, vier Jahren haben alle Oberstufenschüler Smartphones mit Internetzugang. Dann können sie Lösungen auf Fragen schnell googeln", beschreibt Frühwein das Szenario. Schlimm findet er den Internetzugang in der Hosentasche nicht. „Die Internetrecherche kann im Unterricht zum täglich Brot werden", sagt Gablik und fügt hinzu: „Wir stehen vor vielen Fragen, die die Schule verändern werden." Im MINT-Netzwerk wollen sie am Einhard-Gymnasium Antworten finden.

Alle zwei Jahre für Auszeichnung neu bewähren

147 MINT-EC-Schulen gibt es in Deutschland. Die Schulen müssen sich alle zwei Jahre neu um die Auszeichnung bewerben. „Die Kriterien sind sehr hoch angesetzt", sagt Einhard-MINT-Koordinatorin Marion Käppler. Zuletzt hatte sich das Kaiser-Karls-Gymnasium erfolgreich beworben.

Als MINT-EC-Gymnasium hat das Einhard für seine Schüler Zugriff auf zahlreiche Camps im Bereich Technik und Naturwissenschaften. Nun werden beispielsweise Einhard-Schüler zum „MINT 400" nach Berlin reisen.