Einhard-Gymnasium Einhard Gymnasium Aachen Schulen
Fachprofilklasse Version imprimable
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Ein differenziertes und individualisiertes Förderkonzept innerhalb der gymnasialen Schullaufbahn 

Das Einhard-Gymnasium bietet beginnend mit der Stufe 5, die im Schuljahr 2005/06 eingeschult wurde den Bildungsgang einer Fachprofilklasse an, wenn eine ausreichende Anzahl an Eltern dies für ihre Kinder wünscht. Dieses besondere und neue Bildungsangebot startet erstmalig im Schuljahr 2007/08 mit der Klassenstufe 7. Das differenzierte und individualisierte Förderkonzept der Fachprofilklasse stellt in der Leitidee die Nachfolge unserer Profilklassen dar.

Fachprofilklasse - Grundsätzliches:

Neben dem klassischen gymnasialen Bildungsgang stellt diese Klasse ein besonderes, innerschulisch differenziertes Bildungsangebot für begabte, talentierte und besonders lernmotivierte Schülerinnen und Schüler dar.

Konzeptionelle Rahmenbedingungen einer Fachprofilklasse:


Dem Schulprogramm folgend werden in dieser Klasse die Profilmerkmale Sprachen und Naturwissenschaften in besonderer Weise gefördert:

  • Alle Schülerinnen und Schüler erhalten in Englisch und Mathematik eine erweiterte Stundentafel.
  • Die Wahlpflichfächer für die Stufen 8 bis 10 können frei gewählt werden.
  • Alle naturwissenschaftlichen Fächer werden dadurch gestärkt, dass Lücken in der Stundentafel vermieden bzw. zusätzliche Stunden in die Stundentafel eingebunden werden. Es findet somit kontinuierlicher Fachunterricht von Stufe 7 bis zum Ende der Mittelstufe statt.
  • Das Fach Erdkunde erhält eine zusätzliche Stunde, da dieses Fach im G8-Stundenraster am meisten gekürzt wurde.
  • Die Stundentafel in den übrigen Fächern wird nicht gekürzt.

Profilklasse

Die Stundentafel ist gegenüber den Regelklassen um vier Wochenstunden erweitert. Dies eröffnet Gestaltungsspielraum für Enrichment, erweiterten Fachunterricht (kontinuierliche Stundentafel) und verstärkt projektorientierte Unterrichtsgestaltung. Das für solch einen Klassentyp benötigte zusätzliche Stundenvolumen wird durch zusätzliche Personalresourcen bereitgestellt, ohne die Regelklassen zu tangieren. 

Im Gegensatz zum vorherigen Modell der Profilklasse beinhaltet dieser Bildungsgang keine Schulzeitverkürzung. Durch zusätzliche Unterrichtsstunden kann jedoch im Bereich der Sprachen und der Naturwissenschaften der Unterricht deutlich intensiviert werden.

Das Unterrichtsvolumen in den Fachprofilklassen ist gegenüber den Regelklassen etwas erhöht.
Konkret erhalten die Fächer Erdkunde, Mathematik, Physik (zwei Stunden), Chemie, Biologie und Englisch innerhalb des dreijährigen Unterrichtsganges von Stufe 7 bis 9 je eine Wochenstunde zusätzlichen Unterricht als Form des Enrichments.
Diese zusätzlichen Forderstunden sind möglich, da wir in den Fachprofilklassen auf Förderstunden im Sinne von Nachhilfe verzichten können.
Die Fachprofilklassen erhalten insgesamt sechs zusätzliche Fachunterrichtsstunden und in den drei Unterrichtsjahren je eine Forderstunde (z.Zt. Theater, ab Klasse 8 in englischer Sprache). Somit hat die Fachprofilklasse trotz der 10 zusätzlichen Fachunterrichtsstunden lediglich einen minimal erweiterten Stundenplan (Stufe 7 zwei Stunden, Stufe 8 eine Stunde, Stufe 9 eine Stunde mehr als die Regelklasse).

Förderung 

In den Fachprofilklassen erfolgt die Förderung zum Einen im teilweise erweiterten Fachunterricht, zum Anderen bestehen in derartigen Lerngruppen die allerbesten Voraussetzungen zur speziellen, vertiefenden Förderung im Kernunterricht. Wie die Erfahrungen aus den bisherigen Profilklassen belegen, ist mit dieser Schülerschaft sowohl ein etwas schnelleres Lerntempo, das Raum für Enrichment bietet, als auch eine Förderung zur Angleichung des Lernfortschrittes innerhalb der Klasse durch methodisch differenzierte Vorgehensweise möglich. Die Fachprofilklasse bietet somit eine Differenzierung innerhalb des Gymnasiums, die den Begabungen des Einzelnen gerechter wird und seine individuellen Stärken gezielter fördert. 

Der Beginn 

Da zur Stufe 7 die Klassen auf  Basis der Sprachenwahl neu zusammengesetztProjektunterrich Physik werden, ist dies auch der Zeitpunkt für die Einrichtung einer Fachprofilklasse.  Bei der Einschulung stehen für die Klassenbildung allein die sozialen Gesichtspunkte (Wohngebiet, befreudete Schüler/innen) im Vordergrund. Weder die mögliche spätere Eingliederung in eine Fachprofilklasse  noch die Sprachenwahl zur Stufe 6 stellt ein Kriterium zur Klassenbildung dar.

Die Erprobungsstufe bleibt auch weiterhin eine homogene Einheit mit fester Klassengemeinschaft, in der sich jedes Kind unter nun gymnasialen Rahmenbedingungen entfalten kann. Die ab Stufe 6 einsetztende zweite Fremdsprache wird klassenübergreifend unterrichtet.

Vorbereitung und Beratung

Methodenlernen

Die Schule bietet bereits ab dem zweiten Halbjahr der Stufe 5  ein Förderangebot in kleineren Lerngruppen in allen Hauptfächern an, das unsere Schülerschaft sowohl bei Lernproblemen unterstützt, als auch Angebote für die Schülerinnen und Schüler mit besonders guter Auffassungsgabe und großer Kreativität bereithält. Hierzu gehören auch unsere umfangreichen Förderprogramme zum „Sozialen Lernen" und zum „Lernen lernen".

Somit werden alle Schülerinnen und Schüler  in einer gemeinsamen zweijährigen  Erprobungsstufe entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten und Eignungen und durch ein individualisiertes Förder-/Forder-Begleitprogramm ausgebildet und zusätzlich zusätzlich unterstützt.
Auf der Grundlage mehrfacher, intensiver Beratung innerhalb der Erprobungsstufenkonferenzen erfolgt die Empfehlung für den weiteren Verlauf der Schullaufbahn.

Die fundierte Beratung und intensive Zusammenarbeit mit allen Eltern während und am Ende der Erprobungsstufe ermöglichen Laufbahnberatungen mit höherer Prognosesicherheit, als dies auf der Basis der Grundschulgutachten oder Grundschulzeugnisse möglich wäre. 

Profilklasse / Fachprofilklasse - Wo ist der Unterschied ?

Der gemeinsame Nenner ist die möglichst passgenaue Förderung der Schülerinnen und Schüler mit dem Beginn der Stufe 7 im Rahmen der Bildung neuer Klassenverbände. Es wird weiterhin gelten, dass wir den Eltern einen Eingliederungsvorschlag zur prognostisch best möglichen Förderung geben werden.

  • Die Fachprofilklasse wird wie alle anderen gymnasialen Klassen zukünftig in acht Jahren zum Abitur geführt. Die Profilklasse beinhaltete eine Verkürzung der Schullaufbahn und das Überspringen der Stufe 11.
  • Die Fachprofilklasse wird nach den selben Lehrplänen unterrichtet wie die Regelklassen. Der Fachprofilklasse steht allerdings ein höheres Stundenkontingent zur Verfügung.
  • In der Fachprofilklasse können in verstärktem Umfang offenere, projektorientierte Unterrichtsformen realisiert werden.
  • In den Fachprofilklassen besteht Freiraum für Enrichment, um den Schülerinnen und Schülern eine breitere Allgemeinbildung und eine vertieftere Fachausbildung zukommen zu lassen. 

Klassenbildung und Klassenstrukturen

Die Bewertungs- und Entscheidungskriterien am Ende der Erprobungsstufe für die mögliche Eingliederung in die Fachprofilklasse werden ebenso transparent gemacht wie die Beratung für die Regelklasse oder für einen möglichen Wechsel der Schulform. 
Es liegt uns sehr am Herzen, in vertrauensvoller Zusammenarbeit gemeinsam mit den Eltern den Bildungsgang aus unserem gegliederten Bildungsangebot zu empfehlen, der auf die individuellen Leistungsmöglichkeiten des Kindes optimal abgestimmt ist. Der bestmögliche Abschluss ist so für jedes Kind offen. Auf Grund der Beobachtungen und der Entwicklung in den Klassen 5 und 6 erhalten die Schülerinnen und Schüler am Ende der Erprobungsstufe über ihre Eltern eine Empfehlung für die Fachprofilklasse, wenn

  • überdurchschnittliche Lernbereitschaft,
  • hohe Ausdauer, 
  • Konzentrationsfähigkeit und ausgeprägte Lernmotivation,
  • besondere Begabungen (nicht Hochbegabung),
  • sowie soziales Engagement und Teamfähigkeit
 zu erkennen sind.


Nach der Erprobungsstufe werden unsere vier Eingangsklassen neu zusammengesetzt. Dabei sind neben pädagogischen Aspekten die Sprachenwahl und die Eingliederung in die Fachprofilklasse zentrale Gesichtspunkte.

Die freie Wahlmöglichkeit der zweiten Fremdsprache stellt keine Festlegung für die weitere Schullaufbahn dar. Auch in den Folgeklassen wird der Unterricht in der zweiten Fremdsprache klassenübergreifend fortgeführt. Lassen sich unter Beachtung pädagogischer Gesichtspunkte Klassen mit gleicher, zweiter Fremdsprache bilden, so wird dies im gemeinsamen Bemühen, für jeden Jahrgang die beste Variante zu finden, gemeinsam mit den Pflegschaftsvertretern besprochen. 

Die Regelklassen behalten u.a. durch Schülerinnen und Schüler, die in einzelnen Fächern besonders leistungsfähig oder interessiert sind, auch weiterhin Leistungsspitzen. Die gesamten Klassenstrukturen sind insgesamt homogener. Den Problemen der Über- / Unterforderung kann damit besser begegnet werden. 
Es bleibt somit im Kern- und Förderunterricht der Regelklassen mehr Zeit, sich den Kindern zu widmen, die punktuelle Lernschwierigkeiten haben.
Sollte ein Kind durch besondere Umstände dem Anforderungsprofil der Fachprofilklasse nicht mehr gewachsen sein, so kann es nahtlos in eine der parallelen Regelklassen überwechseln, da der Unterrichtsstoff dem gleichen Lehrplan folgt.

Auch für Schülerinnen und Schülern, die ihr besonderes Lernvermögen erst zu einem späteren Zeitpunkt entfalten, besteht die grundsätzliche  Möglichkeit noch in die Fachprofilklasse zu wechseln.

In den Regelklassen, wie auch in der Fachprofilklasse, legen wir Wert auf eineLego-Roboterwettbewerb harmonische Lernatmosphäre, zu der unsere Schülerschaft gern und uneingeschränkt beiträgt. Garant für jede gute Förderung ist die Forderung angemessener Bereitschaft zur Anstrengung unter Berücksichtigung der individuellen Leistungsfähigkeit.

Das gemeinsame Ausbildungsziel in allen Klassen ist auf der Basis eines gymnasialen Anspruchsniveaus die Studierfähigkeit, vermittelt durch methodische Vielfalt und innovative Bildungsgänge. Die Vorbereitung auf die Berufswelt liegt uns ebenfalls sehr am Herzen, so dass auch hier eine breit gefächertes Angebote bereitgehalten wird.

Die schulisch geförderte Selbstkompetenz ist die Basis für ein lebenslanges Lernen.

Die Stundentafel der Fachprofilklasse weicht auf Grund der Erweiterungen von  der der Regelklasse ab. (Stundentafeln) 

Evaluation Regelklassen / Profilklassen

Aus der Evaluation der Jahrgänge mit Profilklassen und Regelklassen ergab sich bei uns ein ebenfalls positives Resümee, wie es andere Schulen aus Bundesländern mit längerer Profilklassentradition auch gezogen haben. 

  • Die SuS in den Profilklassen konnten besonders intensiv und nachhaltig gefördert werden.
  • Die Zahl der SuS, die den höheren Leistungsanforderungen nicht standhalten konnten/wollten ist sehr gering.
  • Durch die besseren Fördermöglichkeiten in den Regelklassen liegt dort die Wiederholerquote nur bei etwas über 1%
  • Die Eingliederung der Profilklassenschüler/innen in die Oberstufe gelang problemlos.

     

 

Projektunterricht

Da sich das Einhard-Gymnasium in seinem Schulprogramm verpflichtet hat, ein
Förderangebot für besonders lernmotivierte Schülerinnen und Schüler anzubieten, haben die Mitbestimmungsgremien zur Fortsetzung dieses Leitgedanken ein modifiziertes Förderkonzept beschlossen.
Der insgesamt hohe Lernerfolg und die gute Lernzufriedenheit in konfliktärmeren Klassengemeinschaften ermuntert uns diesen erfolgreichen Weg mit den zukünftigen Fachprofilklassen noch weiter verbessern zu können.

 

Lernstandserhebungen

Die Lernstandserhebungen in den Jahrgangsstufen 8 bzw. 9 sowie die zentralen Abschlussprüfungen am Ende der Stufe 10, in denen jeweils auch eine Profilklasse vertreten war, lieferten folgende generellen Erkenntnisse:

  • Die Ergebnisse unserer Schülerschaft liegen in den überprüften und bisher evaluierten Jahrgängen in allen Fächern immer deutlich über dem Landesdurchschnitt.
  • Die Profilklassen zeigen hier ihr ganz deutlich höheres Kompetenzniveau, so dass die Ergebnisse in allen Fächern ganz erheblich über dem Landesdurchschnitt liegen.
  • Alle jeweils drei Regelklassen, in deren Population die zur Stufe 7 in die zusätzliche Profilklasse eingegliederten Schülerinnen und Schüler mit besonderer Lerndisposition fehlen, haben trotzdem Ergebnisse über dem Landesdurchschnitt erzielt.
Auf diese Ergebnisse  können wir stolz sein.