| Walter Hasenclever Gesellschaft |
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Um den großen Schüler Walter Hasenclever zu ehren, der 1908 „mehr schlecht als recht“ sein Abitur am Königlichen Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, dem Vorläuferinstitut des Einhard-Gymnasiums, ablegte, beteiligt sich die Schule an der Walter-Hasenclever-Gesellschaft und an der Verleihung des Walter-Hasenclever-Literaturpreises der Stadt Aachen (in neuer Gestalt seit 1996 im Zwei-Jahres-Rhythmus).
Der Expressionist Hasenclever
(1890-1940) wurde als jüdischer und intellektueller Schriftsteller
Opfer des NS-Regimes; die PreisträgerInnen werden unter dem Kriterium
gewählt, wie sie in der literarischen Sprache die Abgründe
diktatorischer Systeme aufspüren. Die Reihe der Geehrten ist
renommiert; um nur einige herauszugreifen: Peter Rühmkorf (1996), Georg
Tabori (1998), Oskar Pastior (2000), Herta Müller (16.9.2006). Die Auseinandersetzung mit der Preisträgerin 2006, Herta Müller, 1953 als „Banater Schwäbin“ in Rumänien geboren und 1987 nach Westberlin ausgewandert „worden“, steht unter den von der Autorin benannten Motti, die zwei Bewegungen zeigen, vom Leben hinein in die Literatur und mit der Literatur hinaus ins Leben: „der Krieg selbst geht in keinen Satz hinein“ - „mit den literarischen Sätzen an meinem eigenen Leben arbeiten“ mit der skeptischen Frage, „ob das Unwirklich-Erfundene sich das Wirklich-Geschehene vorstellen kann“. In ihrer Dankesrede plädierte die Autorin dafür, dass die existentielle „Verweigerung“ totalitärer Diktaturen schon in der Form des „Vorwurfs“ an todbringende Angstmacher die wesentliche Sorge des Menschen um sein Leben sei: „Ich will nicht so werden wie sie [die Gewalt-Täter, die Töter].“ Verfasserin: Dr. Maria Behre |



