Einhard-Gymnasium Einhard Gymnasium Aachen Schulen
Work Exchange Drucken
Geschrieben von D. Baer   

Seit nunmehr 1998 besteht ein Praktikumsaustausch zwischen Schülern des Einhard - Gymnasiums und Schülern der zwei Londoner Partnerschulen

Haberdashers' Aske's Hatcham College in New Cross , London sowie Queen Elisabeth's School in High Barnet , London.

Die Gruppen 

GruppenbildDie in der Regel 16 bis 20 Schülerinnen und Schüler starke Gruppe reist gewöhnlich in den 10 Tagen vor Beginn der Osterferien in die Hauptstadt Englands und ist dort bei Gasteltern untergebracht, deren Kinder in den besagten Schulen unterrichtet werden. Nach einem eintätigen Schulbesuch nehmen die deutschen Schülerinnen & Schüler in verschiedenen Betrieben , Büros oder Gesellschaften ihre Praktikumstätigkeiten auf , wobei die organisierenden Lehrer bei der Suche nach Praktikumsstellen den Schülerwünschen möglichst gerecht werden wollen.
Im Gegenzug treffen die englischen Schüler in der Regel im April ( Haberdasher's ) bzw. 10 Tage vor den Sommerferien( Queen Elisabeth ) in Aachen ein und wohnen bei ihren deutschen Partnern, die sie bereits aus London kennen . In der Regel arbeiten die englischen Schüler für eine Woche in Aachen. Einige Schüler sind 16 , die meisten 17 Jahre alt, sie sprechen gut deutsch, ihre Qualifikation entspricht der gymnasialen Jahrgangsstufe 11 und alle Schüler sind im Umgang problemlos .

Vorbereitung

Der Praktikumsaustausch wird in einer AG vorbereitet , verantwortliche Lehrer sind Frau M.Wimmer und Herr D.Baer.

Erfahrungsbericht

über den ‚work exchange' der Londoner Schulen Haberdashers' Aske's Hatcham College bzw. Queen Elisabeth School High Barnet und dem Einhard - Gymnasium Aachen:

Im Rahmen des Vorhabens zur Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schulen beschlossen Verantwortliche der beiden oben genannten Schulen , in Form eines gegenseitigen Betriebspraktikums jeweils vor Ort die Lebensbedingungen speziell von Jugendlichen zu erforschen . Zu diesem Zweck wurde ein erstes Vorgespräch in London geführt (26.-29.11.99) , bei dem Modalitäten des Austausches , das Pairing der jeweiligen Partner und schließlich eine erste Kontaktaufnahme mit den englischen Schülern getätigt wurden.

Die Zahl der teilnehmenden Schüler orientierte sich an der Gruppengröße der englischen Klasse ( 6 Schülerinnen und 1 Schüler) , doch wies die deutsche Schülerzahl zwei weitere Schülerinnen auf, da diese als paying guests an dem Programm teilnehmen durften. Die deutsche Schülergruppe traf sich in Form einer AG unter Leitung von Herrn Baer . Gegenstand der AG-Gespräche war die Vorbereitung auf das Umfeld des Englandaufenthaltes . Die Schüler informierten sich über die Stadt, die Lebensgewohnheiten, das Schulwesen und die für London spezielle Commuter – Situation.

Nach dem Pairing im November nahmen die engl. und dt. Schüler gegenseitig Kontakt auf. Dabei wurde Wert gelegt , daß sie ihrem jeweiligen Partner das eigene spezifische Lebensumfeld aufzeigen und in Brief-oder e-mail Kontakt sprachliche Kompetenz verbessern. Der eigentliche Austausch begann am 1. April mit der Abfahrt nach London Waterloo Station. Die Leiter Frau Wimmer als Englischlehrerin und Herr Baer kamen mit den neun dt. Schülerinnen und Schülern gegen 14.30 Uhr in London an und wurden von den Partnerschülern in Empfang genommen. Nach dem U-Bahn – Ticketkauf verlief sich die Gruppe in Richtung Heimstätte der englischen Partner . Am Sonntag trafen sich Teile der Schüler mit den Lehrern in Camden Market , von wo aus es anschließend in Richtung Speaker’s Corner ging. Montagmorgen war erster Arbeitstag für die deutschen Schüler. Die Praktikumsstellen (s.Liste) verteilten sich breit über London und erfaßten ein weites Spektrum . Die Beschaffung von Praktikumsstellen in London erwies sich laut engl. Auskunft als sehr schwierig , da die meisten Betriebe ein Einstellungsgespräch vor Ort wünschten, was organisatorisch nicht machbar gewesen wäre .

Das Auftreten der Schüler bei der Erfüllung der gestellten betrieblichen Aufgaben und ihre soziale Kontaktbereitschaft gestalteten sich so positiv vor Ort , daß alle Betreibe sich sofort einverstanden erklärten , im Folgejahr wieder deutsche Schüler zu übernehmen. Gleiches galt im umgekehrten Fall bei den dt. Betrieben bezüglich des Auftretens der englischen Schüler in Aachen. Insofern leistete die Schülergruppe Pionierarbeit für Folgegruppen. Dieser an den Anfang gesetzte Bericht stammt aus dem Jahr 2000 und klingt fast anachronistisch .

Inzwischen ist aus dem work experience eine nicht mehr weg zu Arbeitsplatzdenkende Einrichtung geworden und sie gehört zurecht zum Highlight unseres schulischen Lebens. Aus den zunächst 8 Schülerinnen und Schülern sind inzwischen Gruppengrößen von 18 bis 20 Schülerinnen und Schülern entstanden. Praktikumsstellen erstrecken sich über Schulen, Kindergärten, Fernsehanstalten, event-Firmen, Rechtsanwaltbüros , Krankenhäusern und Arztpraxen bis zu Tierfarmen. Viele Kontakte zwischen den Schülern blieben lange Zeit erhalten, manche bestehen noch heute . Der Alltag der Londoner Tage sieht so aus, dass jeweils am Dienstag , also 10 Tage vor den Osterferien , die Gruppe per Thalys und Eurostar nach London fährt. Am Mittwoch beginnt für die Haberdasher’s - Gruppe beriets das Praktikum, während die Gruppe aus dem Norden, also der Queen Elisabeth School , die englischen Partner in die Schule begleitet . Anschließend besuchen Schüler und Lehrer das British Museum in London. UmgebungAb Donnerstag beginnt dann für die QE-Schüler das eigentliche Praktikum. Die begleitenden Lehrer besuchen die Schüler in den Folgetagen , weiterhin pflegen sie Kontakte zu den englischen Schulen und organisieren anstehende Termine. Rückkehr der Gruppen ist stets der Freitag vor den Osterferien, ebenfalls von Waterloo Station mit Eurostar und Thalys. Die Gegenbesuche gestalten sich ähnlich und finden unmittelbar vor den Sommerferien statt. Die Schüler müssen einen zweisprachigen bebilderten Praktikumsbericht anfertigen.

Ziele 

Als mittelfristige Zielsetzung wird die generelle Eröffnung eines Auslandspraktikums in Ländern , mit denen das Einhard-Gymnasium Partnerschaft (Metz , Warschau,Bologna) pflegt, angestrebt. Das hier beschriebene Vorhaben eröffnete somit konkrete Perspektiven für Nachfolgeprojekte und setzte somit die Zielsetzung des Schulprogramms in neuer Dimension um.