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Gummibärchen machen fit für die Jury

Regionalwettbewerb von „ Jugend forscht - Schüler experimentieren" im Forschungszentrum Jülich. 75 Teilnehmer stellen ihre Experimente vor.

Aachener Zeitung vom 20.02.2010 von Saskia Zimmer

Foto:Saskia Zimmer

Nachwuchsforscher präsentieren ihre Arbeit: (von links) Josefine Flesch (9), Henrike Liebich und Annika Liebich (beide 10) sind das jüngste Team beim diesjährigen Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“.Jülich. Annika Liebich möchte Erfinderin werden. Natürlich - was für eine Frage. Sie möchte fliegende Autos erfinden oder große Maschinen oder noch besser: „fliegende Fahrräder", sagt die Zehnjährige und lacht verschmitzt.

Erfinder, mit diesem Berufswunsch ist Annika unter den Teilnehmern beim 10. Regionalwettbewerb „Jugend forscht - Schüler experimentieren" mit Sicherheit nicht allein. Ein Alleinstellungsmerkmal haben sie und ihre Schwester Henrike Liebich (10) und ihre Freundin Josefine Flesch (9) - neben ihrem eingereichten Experiment - aber durchaus: Sie sind das jüngste Team, das in diesem Jahr an dem Regionalentscheid teilnimmt.


 

Aus den 38 eingereichten Projekten wählte die Jury gestern vier Arbeiten aus, die am Landeswettbewerb, der Mitte März beginnt, teilnehmen dürfen.

Die vier Gewinnerteams sind: Thomas Rothkrantz und Michael Engels vom Inda-Gymnasium, Merlin Schaufel und Johan Labs vom Couven-Gymnasium, Pascal Förster und Thomas Gatzweiler sowie Nils Speetzen vom Einhard-Gymnasium.

Das Gymnasium Haus Overbach aus Jülich erhielt außerdem den „Schulpreis" als Anerkennung dafür, dass es mit elf Arbeiten beim Wettbewerb vertreten war.

Was macht Frost mit Ziegeln?


Die drei Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Jülich-West präsentieren in der Altersklasse „Schüler experimentieren" ihre Arbeit mit dem Titel „Verändern sich Tonziegel durch Witterungseinflüsse?" Sie haben untersucht, wie ein Steinhaufen aus Tonziegeln auf Regen, Sonne und Frost reagiert. Im Frühjahr soll dieser dann bedrohten Tierarten als Unterschlupf dienen.

Als sie gestern Morgen gemeinsam mit den rund 75 weiteren Jungforschern das Foyer im Forschungszentrum Jülich in Beschlag nehmen, haben die drei - wie auch alle anderen - noch keinen blassen Schimmer davon, wer eine Runde weiterkommt, wer am Landeswettbewerb teilnehmen darf. Erst müssen sie sich der Jury, einem Team aus Wissenschaftlern und Lehrern, stellen.

Ein wenig nervös sind Annika, Henrike und Josefine kurz vor der Beurteilungsrunde der Jury schon. Ihren Stand haben sie perfekt vorbereitet, die Erklärplakate hängen. Schnell noch ein Gummibärchen in den Mund schieben. „Das stärkt", sagt Henrike, lacht und hüpft von einem Bein aufs andere. Da kommen die Juroren um die Ecke, schnell lässt Henrike die Gummibärchen unter dem Tisch verschwinden und bringt sich in Position. Jetzt wird's ernst.

Wer zum Landeswettbewerb fahren darf, das entscheidet unter anderem auch Bernd Emonts. Er ist Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich, arbeitet an der Entwicklung von Brenn­stoffzellen und achtet bei der Bewertung der Arbeiten vor allem darauf, dass die Idee originell, aber aber auch konsequent umgesetzt ist. Seit neun Jahren beurteilt er die Aufgaben des Forschungsnachwuchses. Und er findet: „Besonders spannend wird es, wenn Dinge wirklich umgesetzt werden, und nicht nur Visionen auf dem Papier bleiben."

Während die drei Mädels aus Jülich tapfer ihrem Jury-Team Rede und Antwort stehen, muss Viktoria Piter noch ausharren. Sie ist noch nicht an der Reihe. Die 20-jährige Eschweilerin (Bischöfliche Liebfrauenschule) ist die älteste Teilnehmerin beim Regionalwettbewerb und fällt in die Altersklasse „Jugend forscht". In ihrem Beitrag geht sie der Frage nach, ob bestimmte Zahn-Fehlentwicklungen vererbt sind oder nicht. Für „Jugend forscht" lässt sie derzeit sogar ihre Abiturvorbereitungen ruhen. Auch sie will perfekt für die Jury vorbereitet sein.

Am Ende soll es für beide, das jüngste Team und die älteste Teilnehmerin, nicht für den Landeswettbewerb reichen. Annika Liebiech hatte damit schon gerechnet. Aber ihr macht das gar nichts aus. „Eigentlich ist es mir egal, ob wir weiterkommen", sagt sie fröhlich. Sie freut sich vielmehr einfach darauf, dass schon bald die ersten Bewohner, wie Zauneidechsen und Schmetterlinge, in den Ziegelsteinhaufen einziehen werden. Und dass sie Erfinderin werden will, das steht ohnehin fest.