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Entscheidung in 1,5 Sekunden

„Aixtreme Racing"-Team erreicht bei „F1 in Schools"-WM in Singapur Bronzemedaille. Sonderpreise für das schnellste Auto und die innovativste Konstruktion. Das Gewicht spielt eine entscheidende Rolle.

Aachenr Zeitung vom 23.11.2010 von Sebastian Dreher

Foto: Kurt Bauer

Ein Platz auf dem Podium: Niklas Hönmann (von links), Clemens Cremer, LeonardTusch und Niklas Bünning vom „Aixtreme Racing“-Team sind mit ihrem kleinen Renner bei der „Formel 1 in Schools“-Weltmeisterschaft in Singapur auf den dritten Platz gerast.Aachen. Zum Glück zeigten Leonard Tusch, Niklas Bünning, Niklas Hönmann und Clemens Cremer das Rennen in Zeitlupe. Denn andernfalls hätte man schon sehr genau hinschauen müssen, um die Fahrt verfolgen zu können, die das „Aixtreme Racing"-Team vom Einhard Gymnasium bei der „Formel 1 in Schools"-Weltmeisterschaft in Singapur auf den dritten Platz brachte. Diese dauerte nämlich nur etwa anderthalb Sekunden. Bei dem jährlich ausgetragenen Wettbewerb geht es darum, dass die teilnehmenden Teams einen Rennboliden in Miniaturform herstellen, der durch eine Gaspa­trone im Heck angetrieben wird. Was sich so einfach anhört, ist in Wirklichkeit sehr kompliziert und unterscheidet sich nur wenig vom echten Formel-1-Zirkus. Marketing, Sponsoring und harte Arbeit gehören zum festen Bestandteil des Contests. Am Ende zählt nicht nur die Geschwindigkeit, sondern die komplette Präsentation des Teams.

Die Konstruktion des Wagens geschah auf hochtechnischer Basis und erfolgte zum großen Teil am Computer. „Durch Tests in einem virtuellen Windkanal sahen wir, wo wir das Auto noch verbessern mussten", erklärte Niklas Bünning bei der Präsentation der außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte am Einhard-Gymnasium. „Auch Untersuchungen mit einer Highspeedkamera brachten interessante Ergebnisse." Nachdem alle Tests erfolgreich verlaufen waren, konnte der Flitzer aus einem Balsaholzblock ausgefräst werden. „Das Gewicht spielte eine entscheidende Rolle", sagte Leonard Tusch. „Wir haben ein Modell in eine Lackiererei gegeben, doch danach war das Auto viel zu schwer." Daraufhin machten sich die Jungs selbst daran, den kleinen Boliden zu bemalen, ganz vorsichtig, Schicht für Schicht.

Unter dem Motto „Von Aachen nach Singapur" ließen die vier Motorsportler noch einmal die Eckpunkte des Wettbewerbs Revue passieren. Es fing an mit den regionalen Meisterschaften der „F1 in Schools", bei denen „Aix­treme Racing" mit ihrem Flitzer auf den zweiten Platz kamen.

Es folgte die Deutsche Meisterschaft, bei denen die Aachener den Gesamtsieg davontrugen und sich damit für die WM in Singapur qualifizierten. „Die Stadt war einfach großartig", sagte Clemens Cremer. Zehn Tage durften sich die Schüler in der asiatischen Metropole aufhalten. „Neben dem dritten Platz haben wir noch den Sonderpreis für ‚Innovative Thinking‘ und das schnellste Auto bekommen."